Arthur Honegger (1892 - 1955)

 

 

     
Arthur Honegger wurde am 10. März 1892 im französischen Le Havre geboren. Obwohl in Frankreich zur Welt gekommen, entstammt er einer protestantischen Schweizer Familie. Er studierte am Zürcher und am Pariser Konservatorium bei Charles-Marie Widor (Satztechnik) und Vincent d'Indy (Orchestration). Während dieser Zeit unterhielt er enge Kontakte zu Francis Poulenc und Darius Milhaud und gehörte später auch dem erweiterten Kreis der "Groupe des Six" an.

Arthur Honegger war einer der vielseitigsten Komponisten seiner Generation. An Johann Sebastian Bach, Max Reger und Richard Strauss geschult und von Elementen der französischen Musik des frühen 20. Jahrhunderts beeinflusst, entwickelte er eine ihm eigene Musiksprache.

Anders als viele seiner Kollegen orientierte sich Honegger an der klassisch-romantischen Kompositions-Tradition. Besonders Bachs Choralformen spielten in seinen Kompositionen eine wesentliche Rolle, was anhand seines ersten grossen erfolgreichen Werkes - der im Jahre 1922 entstandenen Vertonung des Psalmes "König David" (Le Roi David) - sehr deutlich wird. Mit diesem Werk nahm er die seit Mendelssohn in Vergessenheit geratene Tradition des grossen biblischen Oratoriums wieder auf. Es entstanden eine ganze Reihe von Werken von beeindruckender Religiosität und Grösse.

Seine Musik hat häufig sehr theatralischen Charakter und besticht durch die perfekte Mischung von Text, Musik und Aktion, was ihn auch zu einem Opern- und Ballett-Komponisten machte. So entstanden "Judith" (1925), "Phaedre" (1926), "Antigone" (1928). Besondere Beachtung fanden die Projekte "Jeanne am Holzstoss" (1935) und "Tanz der Toten" (1938), die Honegger zusammen mit Paul Claudel realisierte.

Sein Gesamtwerk umfasst unter anderem fünf Sinfonien und verschiedene sinfonische Sätze, wie "Pacific 231" und "Rugby", in denen der Komponist sich mit dem technischen Fortschritt der Zeit und seiner Affinität zum Sport auseinander setzt. Darüber hinaus verfasste Honegger kammermusikalische Werke: Streichquartette, Solosonaten und Lieder. Auch seine Ballettmusiken werden heute noch regelmässig aufgeführt.

Arthur Honegger starb am 27. November 1955 in Paris an einem Herzschlag.